Allgemeines

Wofür die Abkürzung CH steht, welche Sprachen die Menschen in der Schweiz sprechen, wie viele Ausländerinnen und Ausländer hier leben – dies und noch viel mehr erfahren Sie in den Fragen und Antworten zum Thema Schweiz.



1. Wo liegt die Schweiz und wie viele Menschen leben hier?

Die Schweiz liegt im Herzen Westeuropas. Man nennt sie manchmal auch eine Insel. Gemeint ist damit eine Insel inmitten der Europäischen Union (EU). Denn sie selbst ist kein EU-Mitglied (Mitglied der Europäischen Union), aber ihre Nachbarn sind es: Deutschland, Frankreich, Italien, Österreich und das Fürstentum Liechtenstein. Die Währung in der Schweiz ist daher nicht wie in den meisten EU-Ländern der Euro, sondern der Schweizer Franken (CHF). In der Schweiz treffen drei grosse europäische Sprachräume aufeinander: die deutsche, die französische und die italienische Sprache.

Durch ihre zentrale Lage in Westeuropa spielt die Schweiz beim Strassen- und Bahnverkehr eine entscheidende Rolle. Eine der wichtigsten Verbindungen zwischen Norden und Süden führt über und durch die Schweizer Alpen: der Gotthard. Geografisch wird die Schweiz in drei Gebiete unterteilt: die Alpen, das Mittelland und den Jura. Wer quer durch die Schweiz reist, gelangt in kurzer Zeit vom mediterranen Klima im Tessin über die Berglandschaften der Alpen mit Seen und Gletschern ins hügelige grüne Mittelland.

Mit einer Fläche von rund 41’300 km2 gehört die Schweiz zu den Kleinstaaten Europas. In der Schweiz leben über 8 Millionen Menschen. In den Alpen leben nur rund 10 Prozent der Gesamtbevölkerung. Zwei Drittel der Bevölkerung leben im Mittelland zwischen Genfersee und Bodensee. Weite Gebiete des Mittellandes wachsen immer mehr zu städtisch besiedelten Agglomerationen zusammen. Die grössten Zentren sind Zürich, Genf, Basel, Bern und Lausanne. Über 60 Prozent der Menschen in der Schweiz sind zwischen 20 und 64 Jahre alt. Männer haben eine Lebenserwartung von rund 80 Jahren, während Frauen im Durchschnitt über 84 Jahre alt werden (Quelle: Bundesamt für Statistik, Stand Ende 2013).

In der Schweiz gibt es verschiedene Bräuche und Traditionen, von denen viele ihren Ursprung in der christlichen Religion haben. Den Kurzfilm «Brauchtum und Tradition» können Sie sich hier ansehen. 

2. Wofür steht die Abkürzung CH und wie sieht die Schweizer Flagge aus?

CH steht für Confoederatio Helvetica. Das ist die lateinische Bezeichnung für Schweizerische Eidgenossenschaft. Diese offizielle Bezeichnung führte man nach der Schaffung des Bundesstaates ein. Um keine der vier Amtssprachen zu bevorzugen, lautet das Landeskennzeichen der Schweiz deshalb CH.

Die Nationalflagge der Schweiz hat eine quadratische Form und zeigt ein aufrechtes, freistehendes weisses Kreuz auf rotem Grund. In der deutschen Schweiz wird der Begriff Flagge allerdings in der Alltagssprache nicht benutzt; die Menschen reden mehr von der Schweizerfahne oder dem Schweizerkreuz.

Informationen zur Geschichte der Schweizerfahne

3. Welche Sprachen sprechen die Menschen in der Schweiz?

Die Mehrsprachigkeit ist eines der Kennzeichen der Schweiz. Es gibt vier offizielle Landes- und Amtssprachen: Deutsch, Französisch, Italienisch und Rätoromanisch. Wer in der Schweiz aufgewachsen ist, hat in der Schule zwei dieser Sprachen gelernt. Zumeist wird aber im Alltag nur die eigene Muttersprache benutzt. Die Sprachgruppen haben ein sehr unterschiedliches Gewicht:

  • 63.7 Prozent der Wohnbevölkerung sprechen Deutsch als Muttersprache,
  • 20.4 Prozent Französisch,
  • 6.5 Prozent Italienisch,
  • und 0.5 Prozent sprechen rätoromanisch.

 

Zur Sprachenvielfalt trägt auch bei, dass 21 Prozent der Wohnbevölkerung eine andere Muttersprache als eine der vier Landessprachen sprechen. (Quelle: Bundesamt für Statistik, Erhebung von 2000).

Die Sprachgrenzen verlaufen zumeist – aber nicht immer – entlang von Kantonsgrenzen. So werden in 18 von 26 Kantonen vorwiegend schweizerdeutsche Dialekte gesprochen. Vier Kantone sind französischsprachig und in drei Kantonen spricht man deutsch und französisch. Im Tessin sowie in südlichen Tälern des Kantons Graubünden ist Italienisch die wichtigste Sprache. Graubünden ist der einzige dreisprachige Kanton: Man spricht deutsch, italienisch und fünf Varianten der rätoromanischen Sprache. Es gibt auch zwei offiziell zweisprachige Städte, nämlich Fribourg-Freiburg und Biel-Bienne.

4. Weshalb lernt man in der Deutschschweiz Hochdeutsch?

In der deutschsprachigen Schweiz sprechen die Menschen Mundart – einen von zahlreichen, teils sehr unterschiedlichen Dialekten. Während im Alltag Mundart gesprochen wird, ist Hochdeutsch die offizielle Schrift- und Amtssprache. In der Schule wird deshalb Hochdeutsch gelernt. Zeitungen, Zeitschriften und die meisten Bücher sind in Hochdeutsch geschrieben; Schweizer Literatur, die in einem der Schweizer Dialekte verfasst ist, gibt es relativ wenig.

5. Welches sind die wichtigsten Wirtschaftszweige und Rohstoffe in der Schweiz?

Die Schweizer Wirtschaft zeichnet sich durch einen hohen Entwicklungsstand aus. Sie verdankt ihn dem liberalen Wirtschaftssystem, der politischen Stabilität und der engen Verflechtung mit dem Ausland. Und natürlich sind es die gut ausgebildeten Arbeitskräfte, die mit ihrer hochqualifizierten Arbeit wesentlich zum Erfolg beitragen.

Der grösste Wirtschaftssektor in der Schweiz ist der Dienstleistungssektor mit Banken und Versicherungen, dem Tourismus, dem Gross- und Detailhandel, der öffentlichen Verwaltung und den Sozialversicherungen. Wichtig für die Schweizer Wirtschaft ist zudem der Industriesektor mit der Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie, der chemischen und der pharmazeutischen Industrie, der Medizinaltechnik, der Nahrungsmittelindustrie und der Uhrenindustrie. Der kleinste Wirtschaftssektor ist die Landwirtschaft.

Im Jahr 2008 zählte man in der Schweiz über 310’000 marktwirtschaftliche Unternehmen. Gut drei Viertel sind im Dienstleistungssektor tätig. Über 99 Prozent aller Unternehmen in der Schweiz sind kleinere und mittlere Unternehmen (KMU); das sind Unternehmen mit weniger als 250 Mitarbeitenden. Zwei Drittel der Beschäftigten arbeiten in KMU, ein Drittel in Grossunternehmen (Quelle: Bundesamt für Statistik, Stand 2008).

Die Schweiz gilt grundsätzlich als rohstoffarmes Land. Dennoch gibt es einige Rohstoffe: Abgebaut werden Kies, Kalkstein, Ton, Granit und Salz. Neben diesen Rohstoffen spielt vor allem Wasser in der Schweiz eine wichtige Rolle. Es dient nicht nur zur Versorgung mit Trinkwasser, sondern spielt für die Stromproduktion eine grosse Rolle. Etwas mehr als die Hälfte des Stroms wird in der Schweiz mit Wasserkraftwerken erzeugt.

Hier finden Sie weitere Grundlagen zum Schweizerischen Wirtschaftssystem.

 

 

6. Welche Religionen gibt es in der Schweiz?

Das Christentum ist die am weitesten verbreitete Religion im Land, vornehmlich vertreten durch die römisch-katholische und die protestantische Kirche. In den einzelnen Kantonen dominiert jeweils eine der beiden Konfessionen. Im Jahr 2013 waren 38 Prozent der Bevölkerung katholisch und etwa 26 Prozent protestantisch. Anderen christlichen Glaubensgemeinschaften gehörten 5.8 Prozent an.

In der Schweiz werden aber auch andere Religionen praktiziert: Musliminnen und Muslime machten 2013 5,1 Prozent der Wohnbevölkerung aus. Zu den jüdischen Gemeinschaften zählten 0,2 Prozent. Anderen Religionsgemeinschaften, beispielsweise hinduistischen oder buddistischen, gehörten 1,3 Prozent der hier lebenden Menschen an. Über 22 Prozent bezeichneten sich als konfessionslos.

In der Schweiz sind Kirche und Staat getrennt. Das Recht auf Glaubens-, Gewissens- und Kulturfreiheit ist in der Bundesverfassung fest verankert. Jeder Mensch hat also das Recht, frei zu entscheiden, ob er gläubig sein möchte und welche Religion er praktizieren will oder nicht. Man darf seinen Glauben oder die Religion auch wechseln, seine Überzeugungen frei äussern und ausleben. Das gilt für Einzelne genauso wie für Glaubensgemeinschaften. 

7. Wie viele Ausländerinnen und Ausländer leben in der Schweiz?

Der Anteil der Ausländerinnen und Ausländer an der Wohnbevölkerung lag in der Schweiz Ende 2013 bei 23.8 Prozent, was rund 1.9 Millionen Menschen entspricht (Quelle: Bundesamt für Statistik, Stand Ende 2013). Die meisten von ihnen haben eine Niederlassungsbewilligung (Ausweis C). Jede dritte Person in der Schweiz ist eingewandert oder hat Eltern, die eingewandert sind.

 

 

8. Welche Umgangsformen sind in der Schweiz verbreitet?

Ebenso wie in anderen Ländern gibt es auch in der Schweiz zahlreiche gängige Verhaltensregeln und Umgangsformen. Sie zu kennen, erleichtert das Zusammenleben mit Schweizerinnen und Schweizern erheblich.

Pünktlichkeit: Es wird erwartet, dass man pünktlich zu einem Treffen erscheint. Das gilt für die Berufswelt, Behörden und private Anlässe gleichermassen. Wenn man merkt, dass man sich verspätet, ruft man vorher an und teilt dies mit.

Begegnung: Läuft man in einer kleinen Gemeinde an jemandem vorbei, so grüsst man sich – selbst wenn man die Person nicht kennt. In Städten kommt dies nur sehr selten vor.

Begrüssung: In der Deutschschweiz reichen sich die Menschen zur Begrüssung die rechte Hand. Es gilt dabei als höflich, seinem Gegenüber in die Augen zu schauen. Unter Freunden gibt man sich teils auch drei Küsschen auf die Wangen (links, rechts und dann wieder links – oder umgekehrt). Doch aufgepasst: Dies gilt nicht in jedem Fall. Am besten man informiert sich, was in der eigenen Region üblich ist.

Besuch: Die meisten Schweizerinnen und Schweizer mögen keine spontanen Besuche bei sich zuhause. Am besten man ruft vorher an und fragt, ob ein Besuch jetzt erwünscht ist. Vor dem Betreten der Wohnung erkundigt man sich, ob man die Schuhe ausziehen soll.

Einladung: Ist man zum Essen eingeladen, ist es ein beliebter Brauch, ein kleines Geschenk mitzubringen – etwa eine Flasche Wein, Schokolade, ein Dessert oder Blumen. Doch aufgepasst: Nicht alle Blumen sind geeignet (rote Rosen nur für Partner, weisse Astern sind an Begräbnissen üblich).

Bei Tisch: Bevor man gemeinsam mit dem Essen beginnt, wünscht man sich einen guten Appetit. Wird Wein getrunken, erhebt man am Anfang das Glas. Man schaut sich dabei in die Augen, stösst die Gläser an und sagt «Prost» oder «zum Wohl».

Gespräch am Telefon: Ruft man jemanden an, begrüsst man die Person zunächst und sagt seinen Namen. Erst dann beginnt das eigentliche Gespräch.

Diese Verhaltensweisen können nach Sprachregionen oder sozialen Gruppen erheblich variieren. Wenn Sie in einer Situation unsicher sind, fragen Sie am besten nach. Das entspannt die Situation und Sie kommen mit anderen Leuten ins Gespräch.

9. Sind Mann und Frau in der Schweiz gleichgestellt?

Die Gleichstellung von Frau und Mann ist ein wichtiges Grundrecht der Rechtsgleichheit.

Die Gleichberechtigung von Mann und Frau ist seit 1981 in Art. 8 Abs. 3 der Schweizer Bundesverfassung verankert:

 

„Mann und Frau sind gleichberechtigt. Das Gesetz sorgt für ihre rechtliche und tatsächliche Gleichstellung, vor allem in Familie, Ausbildung und Arbeit. Mann und Frau haben Anspruch auf gleichen Lohn für gleichwertige Arbeit.“

 Auf Bundesebene arbeitet das Eidgenössische Büro für die Gleichstellung von Frau und Mann auf die Veränderung von Strukturen hin. Es wurde 1988 eigens vom Bundesrat dafür eingesetzt und ist heute ein Amt im Eidgenössischen Departement des Innern.

Seit 1996 ist das Gleichstellungsgesetz in Kraft, welches insbesondere jegliche Form der Diskriminierung im Bereich der Erwerbsarbeit verbietet. Das Diskriminierungsverbot gilt für alle Bereiche des Erwerbslebens: Anstellung, Lohn, Beförderung, Weiterbildung oder Kündigung. Diskriminierungen aufgrund des Zivilstandes, der familiären Situation oder einer Schwangerschaft sind ebenfalls verboten.

Gleichstellung soll über die rein rechtliche Chancengleichheit hinausgehen und auch gesellschaftliche oder kulturelle Aspekte der Ungleichheit berücksichtigen. Das Gleichstellungsgesetz ermöglicht es Frauen und Männern, sich gegen direkte und indirekte Diskriminierungen zu wehren – in der Familie, im Erwerbsleben oder bei sexueller Belästigung am Arbeitsplatz. Auch das Schweizer Eherecht ist seit 1988 nach dem Grundsatz der Gleichberechtigung von Frau und Mann aufgebaut.

Laut Gesetz hat derjenige Ehegatte, welcher den Haushalt besorgt, die Kinder betreut oder dem anderen in Beruf oder Gewerbe hilft, Anspruch auf „einen angemessenen Betrag zur freien Verfügung“ aus dem Einkommen oder Vermögen des anderen Ehegatten. Das Bundesgesetz über die Gleichstellung von Frau und Mann (Gleichstellungsgesetz GIG) finden Sie hier.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie hier

Der Kanton Obwalden setzt sich über die Fachstelle Gesellschaftsfragen (Fachbereich Gleichstellung) für die Gleichstellung von Frau und Mann ein. Ziel ist, die Vereinbarkeit von Familie und Beruf für Frau und Mann zu unterstützen und die Lohngleichheit zu gewährleisten. Chancen werden durch die Auflösung von geschlechtszugeordneten Rollenbildern gefördert. Die Fachstelle Gesellschaftsfragen/Gleichstellung engagiert sich dafür durch Sensibilisierung der breiten Öffentlichkeit, von Betrieben und der Verwaltung des Kantons Obwalden. 

Website Kanton Obwalden, Gleichstellung von Frau und Mann

10. Wie ist der Tierschutz in der Schweiz geregelt?

Die Schweiz kennt einen starken Tierschutz. Tiere haben eine besondere Stellung im Recht. Das Tier ist mehr als eine „Sache“.

Im Tierschutzgesetz (TSchG) und in der Tierschutzverordnung (TSchV) sind das Verhalten und die Pflichten des Menschen gegenüber Tieren (Umgang mit Tieren, Tierhaltung, Forschung und Strafbestimmungen) verankert und geregelt.

Tierschutzgesetz (TSchG) vom 16.12.2005 (Stand 01.05.2014)

Tierschutzverordnung (TSchV) vom 23.04.2008 (Stand 01.07.2014)

Auch im Schweizer Privatrecht gibt es viele Vorschriften, die sich auf den Tierschutz beziehen. In Art. 641a des ZGB steht, dass Achtung vor dem Tier vorausgesetzt wird.

Schweizerisches Zivilgesetzbuch vom 10.12.1907 (Stand 01.07.2014)